"Danke Schiri": Ehrungen bei den Soester Unparteiischen

Im Dezember wird traditionell zurückgeblickt und abgerechnet – das gilt auch für die Schiedsrichter im Kreis Soest. Rund 70 Unparteiische nahmen jetzt an der Weihnachtsfeier zum Jahresabschluss teil, einer von ihnen räumte dabei gleich mehrfach ab. Doch bei der Veranstaltung herrschte nicht nur Heiterkeit.

In der Gaststätte Hagen in Westönnen standen neben der monatlichen Schulung auch der Nikolaus-Besuch und die Ehrung verdienter Kameraden auf dem Programm der Referees. Gerd Merchel vom TuS Bremen wurde gleich dreimal nach vorne gebeten: Zunächst, um ihm zum 60. Geburtstag zu gratulieren, den er in diesem Jahr feierte, anschließend zur Übergabe zweier Urkunden. Merchel ist seit 20 Jahren Schiedsrichter, legt das Ehrenamt jetzt aber aus gesundheitlichen Gründen nieder. Zum Dank für seinen unermüdlichen Einsatz überreichte Schiedsrichter-Obmann Siegfried Reffelmann dem Enser nun auch noch die „Danke Schiri“-Urkunde in der Kategorie Ü50, die seit wenigen Jahren den Titel „Schiedsrichter des Jahres“ ersetzt.

Bei den unter 50-Jährigen entschied sich der Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss (KSA) für Oguzhan Yükksekaya. Der 26-Jährige pfeift seit 2010 für die SG Oberense – aktuell bis zur Bezirksliga – und ist seit diesem Jahr selbst im KSA aktiv. Für 15 Jahre an der Pfeife wurden zudem Peter Pyka (SuS Scheidingen), Markus Giesen und Christian Lange (beide TuS Bremen) geehrt.

Zuvor widmeten sich die Schiris im offiziellen Teil des Abends noch einmal der bevorstehenden Hallensaison. Der Blick von Lehrwart Christian Dahlmann galt dabei nicht nur den Regeln, sondern auch der allgemeinen Situation der Regelhüter. Es sei kein Geheimnis, dass die Gewalt im Fußball immer mehr zunimmt: „Die Hemmschwelle, Schiedsrichter zu beleidigen oder anzufassen, ist definitiv gesunken“, so Dahlmann. „Gebt auf euch Acht! Ich will hier keinem Angst machen, aber ich gehe davon aus, dass es auch in der Halle nicht leicht für uns sein wird.“

Dem Ernst der Lage schloss sich Siegfried Reffelmann als Chef der Soester Referees an. Er berichtete von der jüngsten Obleute-Tagung beim Verband in Kaiserau, wo das Thema Gewaltprävention intensiv behandelt worden ist. „Ich zolle jedem Einzelnen von euch einen riesengroßen Respekt – gerade bei den Ereignissen in den vergangenen Wochen. Ich kann euch versichern, dass der Schiedsrichter-Ausschuss hinter euch steht und jegliche Unterstützung bietet. Geht mutig voran! Wenn etwas passiert, tragt es im Spielbericht ein und meldet euch bei uns.“

Der Kreisvorsitzende Gerald Bankamp nutzte die Gelegenheit, sich ebenfalls bei allen Schiedsrichtern für ihren Einsatz zu bedanken. Er sprach auch ein aktuelles Urteil des Verbandssportgerichts an, bei dem gegen einen Verein aus dem Kreis Minden wegen unsportlichen Verhaltens eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro verhängt wurde. Die Hälfte davon ist zur Bewährung ausgesetzt – unter der Auflage, dass Spieler und Verantwortliche der ersten Mannschaft 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Bankamp bewertete dieses Urteil als „Fortschritt“.

Eingeläutet wurden die Feierlichkeiten auf unterhaltsame Art vom Nikolaus Klaus Kunze, der wieder einmal ins Kostüm stieg und die Unparteiischen zusammen mit seinem treuen Gefährten „Knecht Ruprecht“ (Franz-Wilhelm Röder) sowohl rügte als auch lobte. Für Spannung sorgte das traditionelle Bingo-Spiel und die neue Tombola, für die die hochkarätigen Preise unter anderem vom Sportgeschäft Papenberg in Wickede und dem Fitnessstudio „MiLa Fit“ aus Ense gesponsert wurden.