#WirSindUnsEinig: SuS Günne setzt Zeichen gegen Rassismus

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat die Kampagne #WirSindUnsEinig ins Leben gerufen, die jetzt auch vom Kreis Soest unterstützt wird. Am Wochenende machte B-Ligist SuS Günne den Anfang.

Es sind Szenen, die auf dem Fußballplatz nichts zu suchen haben: Erst am vergangenen Wochenende musste in der italienischen Serie A wieder ein Spiel wegen eines rassistischen Zwischenfalls unterbrochen werden. In der Partie zwischen Hellas Verona und Brescia Calcio hatten Hellas-Fans Gäste-Stürmer Mario Balotelli mehrfach mit Affenlauten und rassistischen Rufen beleidigt.

Szenen derartigen Ausmaßes hat es auf den heimischen Plätzen noch nicht gegeben, doch die Verantwortlichen im FLVW-Kreisvorstand möchten dafür sorgen, dass es auch dabei bleibt. Dazu beitragen soll die Kampagne #WirSindUnsEinig, die der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) ins Leben gerufen hat.

„Der Sport ist ein Abbild unserer Gesellschaft, daher ist es wichtig, dass wir uns klar gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit positionieren“, sagt Georg Raacke, der sich im Kreisvorstand um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Daher sei es begrüßenswert, wenn sich viele heimische Sportler und Funktionäre an der Aktion des Verbands beteiligten.

Den Anfang gemacht hat jetzt der SuS Günne. Vor der B-Liga-Partie gegen Neuengeseke haben sich die Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaft sowie des Damenteams mit einem großen Banner präsentiert, das der Verein eigens für die Aktion hat anfertigen lassen. „Das war für uns gar keine Frage, dass wir uns an der Kampagne beteiligen“, sagt der SuS-Vorsitzende Gregor Hellmann.

Spieler mit Wurzeln in sechs verschiedenen Ländern seien in der ersten und zweiten Herrenmannschaft im Einsatz. „Gerade der Sport zeigt doch, dass das Miteinander funktioniert. Das wollen wir mit der Kampagne dokumentieren“, so Hellmann. Selbstverständlich gehe es auch bei den Günner Spielen mal etwas rauer zu. „Was aber auf keinen Fall sein darf, ist, dass das Ganze rassistisch wird“, meint der Vorsitzende. Das Banner soll künftig seinen festen Platz auf dem Günner Sportplatz finden.

Noch bis kommende Woche Dienstag sind die Fußball- und Leichtathletikvereine im FLVW-Kreis Soest aufgerufen sich an der Kampagne #WirSindUnsEinig zu beteiligen. Über das E-Postfach haben die Vereine in den vergangenen Tagen dazu die entsprechende Einladung mit den vom FLVW bereitgestellten Druckvorlagen bekommen. Auf einem einfachen DIN A4-Blatt können sich alle Sportler, Trainer und Vorstandsmitglieder mit ihrem Statement gegen Rassismus fotografieren. Der Kreisvorstand sammelt diese Bilder und möchte sie dann über die Homepage und die Facebook-Seite des Kreises verbreiten.

 

Das sagt der Kreisvorsitzende Gerald Bankamp im Interview:

Inwiefern gab es auf den heimischen Sportplätzen schon Probleme mit Rassismus?

Im FLVW-Kreis Soest sind in den letzten Jahren glücklicherweise nur vereinzelt Beschimpfungen, Beleidigungen oder gewalttätige Auseinandersetzungen so schwerwiegend gewesen, dass sportgerichtliche Verfahren eingeleitet und mit einem entsprechenden Urteil abgeschlossen wurden. Zudem war meist davon auszugehen, dass es sich nicht um fremdenfeindlich bzw. rassistisch motivierte Vorfälle handelte. Es darf aber auch nicht außer Acht gelassen werden, dass mitunter Äußerungen auf dem Spielfeld oder am Spielfeldrand fallen, die zumindest als grenzwertig zu bezeichnen sind und bei denen sich die Wortführer mitunter nicht über die Auswirkungen bewusst sind.

Warum sollten sich die Vereine im Kreis an der Kampagne beteiligen?

Die Vereine tragen seit Jahren – insbesondere in der Jugendarbeit – dazu bei, dass die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen bewältigt werden. Ein faires und gewaltfreies Verhalten der Sportlerinnen und Sportler im Fußball- und Leichtathletikbereich dient als gutes Vorbild für die außersportlichen Aktivitäten in der Familie, im Freundeskreis und im Beruf. Auf dieser Basis bin ich überzeugt davon, dass die Vereine im Schulterschluss mit dem FLVW die gleichen Ziele in Bezug auf die Bekämpfung von gewalttätigen und fremdenfeindlichen Aktivitäten verfolgen.

Was tun die Vereine und der Kreisvorstand hier bei uns sonst noch gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit?

In der Kooperation mit den Vereinen hat der Kreisvorstand bereits gute Erfahrungen damit gemacht, dass die Funktionäre sensibilisiert worden sind, keine Beschimpfungen und Beleidigungen auf dem Sportgelände zu dulden. Um gewalttätigen Auseinandersetzungen vorzubeugen, muss bereits im Ansatz unterbunden werden, dass fremdenfeindliche bzw. rassistische Einstellungen in Worten und Parolen ungehindert zum Besten gegeben werden. Dieser kompromisslosen Linie will der Kreisvorstand mit Unterstützung der Vereine treu bleiben. Unabhängig von den Motiven hat Gewalt generell nichts auf den Sportplätzen und in unserer Gesellschaft zu suchen. Ergänzend zu den Unterstützungs- und Informationsangeboten des Verbandes ist der Kreisvorstand im April dieses Jahres mit Georg Raacke um einen kompetenten Mitarbeiter erweitert worden. Dieser steht insbesondere als Ansprechpartner für Themen wie Integration und Inklusion zur Verfügung und kümmert sich um die daraus resultierenden Fragestellungen.

 

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