Wenn Schiedsrichter selbst kicken: FLVW-Turnier ein voller Erfolg

Der sportliche Erfolg war am Samstag zweitrangig, als der FLVW-Kreis Dortmund das jährliche Fußballturnier für die Schiedsrichter des Verbandes ausrichtete. Vertreten war dabei auch der Kreis Soest, der mit gleich zwei Mannschaften anreiste. Und am Ende des Tages waren sich die heimischen Referees einig: "Wir wollen im nächsten Jahr wieder teilnehmen."

Die Ergebnisse des westfälischen Kräftemessens vorweg: Die Soester, die als einziger Kreis im ganzen Verband zwei Teams stellten, belegten die Ränge 12 und 17 von 20 und verpassten die Top Ten damit nur knapp. Sieger war der Kreis Gütersloh, der sich im Finale mit 2:1 gegen Beckum durchsetzen konnte. Auf dem dritten Platz folgte Paderborn vor Unna-Hamm.

 

Halil Üstün behauptet sich im Zweikampf.

 

Im Pappelstadion des BV Westfalia Wickede wurde in der Vorrunde bei bestem Wetter mit vier Gruppen á fünf Mannschaften parallel auf drei Kleinfeld-Kunstrasenfeldern gespielt. Schon in den ersten Partien zeigten sich einige fußballerische Talente unter den Unparteiischen. Bei anderen war hingegen früh zu erkennen, warum sie die Schuhe an den Nagel gehängt und stattdessen zur Pfeife gegriffen haben – aber genau darum gehe es bei dem Turnier: "Als Schiedsrichter ist man in den Amateurklassen meistens als Einzelkämpfer alleine auf dem Platz. Durch Veranstaltungen wie diese wollen wir das Gemeinschaftsgefühl stärken", erklärt der Soester Lehrwart und Organisator Marcel Voß, der vor allem zufrieden mit der Mischung seiner 17-köpfigen Gruppe war – immerhin stellte der Kreis Soest mit dem 62-Jährigen Ulrich Leise und Marlon Schaffrath (14) sowohl den ältesten, als auch den jüngsten Spieler des gesamten Turniers.

Wichtig sei auch die Fairness gewesen: "Wenn zwölf Schiedsrichter als Spieler auf dem Platz stehen und zudem ein Unparteiischer der Gastgeber das Spiel leitet, kann man eigentlich davon ausgehen, dass alles fair zugeht." Dass dies aber nicht selbstverständlich ist, mussten die Soester in einem Vorrundenspiel erfahren, als ein gegnerischer Spieler nach einem Foul zunächst aggressiv um sich schlug, dabei einen Soester Spieler leicht im Gesicht traf und nach der anschließenden Roten Karte in Richtung des Schiedsrichters spuckte.

 

Marcel Calles hielt zahlreiche Schüsse vom Punkt.

 

"Das sind natürlich gerade bei einem solchen Turnier unschöne Szenen, die den Rest dann überschatten. Insgesamt ist ansonsten aber alles im Rahmen geblieben", so Voß. Viel diskutiert wurde nicht, dafür umso mehr gelacht, wenn die typischen "Abseits"- und "Handspiel"-Rufe kamen. Die Soester sahen im Turnierverlauf übrigens keine einzige Karte.

 

Die sportliche Fairness stand im Vordergrund.

 

Der Austausch mit anderen Schiedsrichter-Vereinigungen stand während der Pausen im Vordergrund, der sportliche Ehrgeiz hielt sich in Grenzen. Dennoch war der Jubel groß, als die Regelhüter aus Soest im Neunmeterschießen über Herne triumphierten. Torwart Marcel Calles erwies sich als Strafstoß-Killer und parierte am Samstag mehr als die Hälfte aller Schüsse vom Punkt auf seinen Kasten. Endstation war jeweils gegen die Teams aus Detmold und Bochum.

Alle Beteiligten hatten – auch trotz kleinerer Verletzungen – ihren Spaß beim Debüt des Kreises Soest. Und im nächsten Jahr soll wieder angegriffen werden; dann im Kreis Gütersloh.

 

  Marlon Schaffrath und Ulrich Leise mit den Urkunden.

 

Der Kreis Soest: Jannik Flormann, Oguzhan Yüksekkaya, Marcel Voß, Ulrich Leise, Janik Mankartz, Marlon Schaffrath, Nils-Holger Leiterholt, Hakan Ögrenci, Halil Üstün, Marcel Calles, Ufuk Medik, Leander Knapp, Baris Tigli, Patrick Hoffmann, Andreas Schweier, Max Ratzlaff, Fabian Rohrpasser.


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